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Das Glimmer-Glas - Dein kleines Licht für dunkle Momente

  • blockadenfreiraum
  • 15. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit



Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Die Tage sind lang und zehrend. Die Sorge um deinen geliebten Menschen, der einen Schlaganfall erlitten hat, lässt kaum Raum für Leichtigkeit. Du gibst alles – und fragst dich manchmal, ob du überhaupt noch schöne Momente in deinem Leben wahrnimmst.


Genau für diese Zeiten möchte ich dir heute einen kleinen, aber kraftvollen Impuls mitgeben: das Glimmerglas.


Was ist eigentlich ein „Glimmer"?

Bevor ich dir das Glimmerglas vorstelle, möchte ich kurz erklären, woher der Begriff kommt – denn er ist so wunderschön und treffend.


Ein Glimmermoment ist das genaue Gegenteil eines Triggers. Während ein Trigger eine Situation oder ein Reiz ist, der belastende Gefühle in uns auslöst, ist ein Glimmer ein kleiner Augenblick, der uns innerlich aufleuchten lässt. Ein Moment, der ein warmes, positives Gefühl in uns weckt – ganz von selbst. Das kann ein Sonnenstrahl auf deiner Haut sein, das Lächeln deines Kindes, eine Tasse Tee in Stille – oder das erste Mal, dass dein Angehöriger nach dem Schlaganfall wieder deine Hand gedrückt hat.


Glimmermomente sind die kleinen Lichter des Alltags. Sie sind immer da – wir müssen nur lernen, sie zu sehen.


Die Idee hinter dem Glimmerglas

Das Glimmerglas ist dein persönlicher Glimmer-Sammler. Du nimmst ein Glas – ein einfaches Einmachglas, ein hübsches Vintage-Glas, oder ein liebevoll selbst gestaltetes Glas – und beginnst, deine schönen Momente darin zu sammeln. Du schreibst einen Glimmermoment auf einen kleinen Zettel und legst ihn ins Glas.


Und das Wichtigste dabei: Es müssen keine großen Erlebnisse sein. Gerade in deiner Situation sind es oft die kleinen Dinge, die zählen. Ein gelungener Therapietermin, ein gemeinsames Lachen, ein ruhiger Abend, ein Moment der Dankbarkeit. Auch das darf auf den Zettel. Auch kleine Erfolge verdienen einen Platz im Glas – denn auch sie sind echte Glimmermomente.


So funktioniert dein Glimmerglas

Ein einfaches Ritual in vier Schritten


Nimm ein Glas – selbst gebastelt, liebevoll bemalt oder einfach so wie es ist. Es darf genauso einzigartig sein wie du.

Schreib deinen Glimmermoment auf – einen schönen Augenblick, einen kleinen Erfolg, ein warmes Gefühl von heute oder dieser Woche.

Falte den Zettel und leg ihn ins Glas. So sammelst du Licht – Stück für Stück, Tag für Tag.

Wenn es dunkel wird, greif ins Glas, zieh einen Zettel heraus – und lass dich von deinen eigenen Erinnerungen tragen.


Für dich alleine – oder gemeinsam

Das Glimmerglas ist so vielseitig wie das Leben selbst. Du kannst es gemeinsam mit deinem Angehörigen befüllen – es kann zu einem verbindenden Ritual werden, das euch beide stärkt und näher zusammenbringt.


Wenn dein Angehöriger gerade nicht ansprechbar ist, dann ist das Glas ganz für dich – ein stiller Begleiter, der dir zeigt, dass es auch in dieser Zeit Licht gibt.

Und wenn Kinder da sind, die darunter leiden, dass Mama oder Papa durch den Schlaganfall so verändert ist, dann kann das Glimmerglas zur gemeinsamen Familiensache werden. Kinder, die mit Traurigkeit und Unsicherheit kämpfen, finden in diesem Glas etwas Greifbares – etwas, das sagt: Es gibt auch schöne Momente. Und wir halten sie fest.


Dein Glas – so einzigartig wie du

Gestalte dein Glimmerglas so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Beklebe es mit Washi-Tape, binde ein hübsches Band darum, male es an oder lass deine Kinder es verzieren. Es darf ein kleines Kunstwerk sein – oder ganz schlicht. Beides ist wunderbar.


Übrigens: In Zukunft werde ich über Etsy auch wunderschön gestaltete Glimmergläser anbieten, die du dir einfach nach Hause holen kannst. Ich freue mich, dich dann dort zu begleiten.


Du trägst gerade sehr viel. Aber du trägst es nicht umsonst – und du trägst es nicht alleine. Dein Glimmerglas erinnert dich daran, dass das Licht auch in den dunkelsten Zeiten nicht ganz verschwindet. Es glimmt. Immer.

 
 
 

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